Nach wie vor hat die heutige Überkapazität auf dem chinesischen Markt starken Einfluss auf die globalen Rohstoff- und Stahlmärkte.

Derzeit ist der Schrotteinsatz in China noch relativ gering, wird aber perspektivisch durch den Rücklauf von Altschrott aus Infrastruktur und Produkten mittelfristig auch dort steigen. Deutsches Know-how sollte auch im eigenen ökonomischen Interesse an erster Stelle beim Aufbau der dortigen Handels- und Aufbereitungsstrukturen stehen.

Abb.: Grafik nach: ETSAP-TIAM Results

Während die Metallgehalte in den geförderten Erzen tendenziell abnehmen und die Annahme einer Steigerung der Gewinnungskosten als auch des eingesetzten Energieaufwands naheliegt , wird Schrott als Sekundärrohstoff zukünftig auch unter ökonomischen Aspekten immer wichtiger. Das Elektrolichtbogenverfahren als aktuell wichtigstes Stahlproduktionsverfahren auf der Basis des Sekundärrohstoffs Stahlschrott wird seine dominierende Stellung neben der Hochofenroute bewahren und den Absatz sichern.

Vor allem wegen der technischen und wirtschaftlichen Möglichkeit, langfristig geschlossene Kreisläufe durch den Einsatz von Stahlschrott zu schaffen, gehört dem Material als Sekundärrohstoff die Zukunft.

Abb.: Grafik nach: Stefan Pauliuk, Rachel L. Milford, Daniel B. Müller, Julian M. Allwood:The Steel Scrap

Die Stahlschrottbranche muss mit folgenden Herausforderungen und Trends umgehen:

  • Sicherstellung einer flächendeckenden sorten-reinen Erfassung und Aufbereitung von Schrotten
  • Umgang und Aufbereitung komplexer Verbundmaterialien
  • Gewährleistung einer legierungsspezifischen Trennung trotz zunehmender Materialvielfalt in den Inputströmen zur Minimierung von Qualitätsverlusten
  • Digitalisierung der Produktionsprozesse in der Stahlrecyclingbranche

Die Chancen sind groß: Als wichtiger Sekundärrohstofflieferant und Dienstleister für die heimische Stahlindustrie stellt die Stahlrecyclingbranche einen wesentlichen Standortfaktor für die zirkuläre Wirtschaft dar. Das bestehende Know-how im Bereich der Sammel- und Separationsverfahren auszubauen und durch intelligentes Stoffstrommanagement auch weiterhin verlässlich qualitätsgesicherte Sekundärrohstoffe für die Stahlindustrie bereitzustellen, sichert die Basis für eine zirkuläre Wirtschaft.