Betrachtet man den Herstellungsprozess von Textilien, wird deutlich, dass jedes Kleidungsstück, welches im Abfall landet, reinste Ressourcenverschwendung ist. Im Durchschnitt verbraucht jeder Europäer pro Jahr circa 20 Kilogramm Textilien[1], Tendenz steigend. Der Pro-Kopf-Konsum von Natur- und Synthetikfasern hat sich damit in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt[2].

Für die Herstellung dieser Fasern und deren Verarbeitung zu Kleidungsstücken werden natürliche Ressourcen wie Wasser eingesetzt. So verbraucht die Produktion einer Jeans 7.000 Liter Wasser[3] – circa 50 gefüllte Badewannen[4]. Landet diese Jeans im Hausmüll, wird sie verbrannt und die aufgewendeten Ressourcen gehen verloren.

Das Ziel muss es also sein, das „Leben“ eines Kleidungsstücks zu verlängern. Dies kann erfolgen, indem es länger getragen oder getauscht, Bedürftigen gespendet sowie an Freunde verschenkt wird. Eine weitere Möglichkeit ist, seine Altkleider in aufgestellte Sammelcontainer von karitativen Organisationen einzuwerfen oder in Geschäften von Textilhändlern abzugeben.

Die dort gesammelte, noch tragbare Kleidung erhält ein zweites Leben als Secondhandware. Kleidungsstücke, die als nicht mehr tragbar aussortiert wurden, werden recycelt und finden in diversen Industrien neue Einsatzmöglichkeiten (Downcycling). Der beste Recyclingansatz für nicht mehr tragbare Altkleider ist jedoch Closed Loop (geschlossener Kreislauf), das heißt, aus alter Kleidung werden Fasern gewonnen, aus denen Garn für neue gesponnen wird.

Hier gibt es erste Erfolge, und einige Recyclingunternehmen forschen daran, das Closed-Loop-Verfahren zu verbessern, um den Grundstein für industrielle Prozesse zu legen.

Alle Verbraucher, die ihre Altkleider beispielsweise in Sammelcontainer bringen, haben sich bereits für einen nachhaltigen Weg der „Entsorgung“ entschieden. In vergangenen Presseberichten war jedoch oft und auch zu recht, von illegalen Sammlern zu lesen. Dies hat viele Bürger verunsichert.

Abschließend ein paar Tipps, wie illegale Sammelcontainer identifiziert werden können, damit die gesammelten Alttextilien auch einer hochwertigen Verwertung zugutekommen.

  1. Sind auf den Sammelcontainern keine Telefonnummern, nur eine Handynummer ohne Adresse oder nicht nachprüfbare Kontaktdaten angegeben, ist dies verdächtig.
  2. Illegale Sammler verwenden überzogene Apelle („Helfen Sie, damit wir helfen können“), emotionale Vereinsnamen („Notopferhilfe“) oder kirchliche Symbole.
  3. Zudem werden diese Container oft auf nicht eindeutig zuordenbaren Flächen wir Grünstreifen, Parkplätzen oder Bushaltestellen aufgestellt.[5]
 
Im Zweifelsfall sollten die Bürger ihre Alttextilien besser in Sammelcontainer bekannter, karitativer Organisationen einwerfen. Der Nächste befindet sich in den meisten Fällen gleich um die Ecke.

[1] Vgl. „Schwarzbuch Baumwolle – Was wir wirklich auf der Haut tragen“, Andreas Engelhardt, 2012
[2] Vgl. Textile Exchange Report 2014 „Preferred Fibers & Materials Market Report“
[3] Vgl. „Wegwerfware Kleidung“, Greenpeace Studie 2015, http://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20151123_greenpeace_modekonsum_flyer.pdf
[4] Berechnung bei einer durchschnittlichen Füllmenge von rund 140 Litern Wasser
[5] Vgl. Fairwertung, http://www.fairwertung.de/blog.3/index.html