Die Erhaltung der Tiergesundheit hängt unmittelbar mit der Nahrungsmittelversorgung der Menschen zusammen. Tiere begleiten den Menschen seit Tausenden von Jahren und für viele Menschen hängt die Nahrungsmittelversorgung direkt von den Tieren ab. Milch, Fleisch und Eier sind wichtige Nahrungsquellen. Mit Zug- und Lasttieren werden Waren transportiert und Äcker gepflügt. Leder, Wolle, Dung – in Afrika wird alles genutzt. Denn hier lebt die Mehrheit der Bevölkerung auf dem Land.

Sie betreibt Ackerbau und Viehzucht – oft zur Selbstversorgung. Tiere sind demnach die Basis für das Überleben vieler Familien. Sie bilden die Lebensgrundlage, bedeuten Nahrungssicherheit sowie Arbeitskraft und stellen eine Einkommensquelle dar. Doch finden die Tiere nicht genug Futter und Wasser, ist der Bestand gefährdet. Durch die knapper werdenden natürlichen Ressourcen werden die Tiere anfälliger gegenüber Krankheiten. 

Gefahr für Tier und Mensch

Die Situation vor Ort: Rinder und Hühner laufen zwischen den Hütten herum, Kinder spielen mit Hunden, Schafen und Ziegen, sie helfen von klein auf bei der Versorgung des Viehs. Oft trinken die Kinder die Milch der Ziegen direkt aus dem Euter. Zoonosen, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind, haben unter diesen Bedingungen leichtes Spiel. Erkranken die Tiere, wird die Infektion häufig auch auf die Menschen übertragen. Tuberkulose, Brucellose und Bandwürmer sind weit verbreitet.

Zuerst sterben die Tiere, dann sterben die Menschen

Kranke Tiere bedeuten eine doppelte Gefahr, die lebensbedrohlich sein kann. Denn sterben die Tiere, haben die Menschen keine Überlebensgrundlage mehr. Zudem können kranke Tiere Menschen mit Infektionen anstecken, die ohne ärztliche Versorgung schlimme Folgen haben können. Ein Teufelskreis. Eine tierärztliche Grundversorgung ist demnach für Tier und Mensch von großer Bedeutung.

Zwar besitzen die Menschen ein umfangreiches Erfahrungswissen zur Behandlung kranker Tiere, das über viele Generationen weitergegeben wurde. Allerdings fehlen moderne Medikamente und Impfstoffe, die bereits den Ausbruch vieler Krankheiten vorbeugen könnten.

Aus diesem Grund werden zum Erhalt der Tiergesundheit einheimische Männer und Frauen geschult. Mit ihrem erlernten Wissen rund um die Tiergesundheit können sie vorbeugende Maßnahmen durchführen, Nutztiere impfen, die wichtigsten Krankheiten erkennen, selbst behandeln und dadurch Leben und Überleben sicherstellen.