In vielen Entwicklungsländern kommt es trotzdem viel zu häufig vor, dass Kinder kurz nach der Geburt medizinisch unterversorgt sind und sich mit Krankheiten infizieren. Tetanus bei Neugeborenen ist in über 20 Ländern noch immer eine der Hauptursachen der Kindersterblichkeit! 

Dabei hilft eine einfache Impfung, ein Neugeborenes vor der lebensbedrohlichen Infektion zu schützen. Christian Ulmen (Ch) und Collien Ulmen-Fernandes (C) reisten im Juli 2014 für Pampers und UNICEF nach Äthiopien, um sich über die Tetanusimpfungsversorgung vor Ort zu informieren. Im Interview berichten sie von ihrem Aufenthalt im Osten Afrikas.

„Tetanus ist eine Krankheit, an die wir als Eltern in Deutschland meist gar nicht mehr denken.“

Wie habt ihr das Land Äthiopien und die Menschen dort wahrgenommen?

Ch: Während unseres Aufenthaltes in Äthiopien hat mich besonders beeindruckt, dass die Menschen im Einklang mit sich selbst wirkten. Und das, obwohl Äthiopien eines der ärmsten Länder der Welt ist.

C:  Und hier infizieren sich noch immer Babys nach der Geburt mit Tetanus bei Neugeborenen – eine Krankheit, an die wir als Eltern in Deutschland meist gar nicht mehr denken.

Ihr selbst seid Eltern einer Tochter. Wie seid ihr mit diesem Wissen umgegangen?

C: Wir haben mit Ärzten und Gesundheitshelfern vor Ort gesprochen, doch keiner konnte uns sagen, wie viele Kinder tatsächlich noch an Tetanus erkranken. Konkrete Zahlen gibt es nicht, weil die meisten Babys bereits im ersten Monat nach der Geburt an einer Infektion mit Tetanus sterben. Somit werden weder ihre Geburt noch ihr Tod statistisch erfasst. Nur wenige Kinder werden von ihren Eltern in eine Gesundheitsstation oder ins Krankenhaus gebracht, und häufig ist es dann bereits zu spät für eine Behandlung.

Worum geht es genau bei der Aktion der Initiative von Pampers für UNICEF „1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis“, für die ihr Aktionsbotschafter seid?

Ch: Bei der Aktion „1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis“ gegen Tetanus bei Neugeborenen unterstützt Pampers UNICEF zwischen Oktober und Ende Dezember: Für jede verkaufte Packung Pampers mit dem UNICEF-Logo spendet Pampers den Gegenwert einer Tetanus-Impfdosis an UNICEF.

Könnt ihr uns etwas mehr über die Krankheit erzählen?

C: Tetanus ist eine bakterielle Infektion, auch Wundstarrkrampf genannt. Das Bakterium befindet sich unter anderem in der Erde und gelangt oftmals durch offene Wunden oder beim Durchtrennen der Nabelschnur mit einem nicht sterilen Messer nach der Geburt in den Körper der Mutter oder des Babys. Die Folge sind Muskelkrämpfe, sodass das Neugeborene beispielsweise nicht mehr trinken kann. Ohne ärztliche Hilfe verläuft diese Krankheit fast immer tödlich.

Bitte erzählt uns eine Geschichte vor Ort, die euch besonders berührt hat.

C: Wir haben im Krankenhaus Frühchen gesehen, die als Drillinge zur Welt gekommen sind. Eines war gestorben, und der Arzt wirkte nicht sehr zuversichtlich, dass die anderen beiden überleben würden. Dass diese beiden winzig kleinen Wesen es eventuell nicht packen werden und die Zustände in diesem Frühchenzimmer haben mich irgendwie nicht losgelassen. Ich kam selbst auch als Frühchen zur Welt, im siebten Monat. 

Wenn ich an die Bilder denke, die es von mir im Brutkasten gibt, und sie mit dem vergleiche, was wir da vor Ort gesehen haben, liegen einfach Welten dazwischen, obwohl meine Geburt ja nun auch schon ein paar Jährchen zurückliegt.