Sie nehmen das Fördern und Helfen selbst in die Hand und engagieren sich ganz konkret – und spenden.

Wenn die Steuererklärung nur noch Akademiker ausfüllen können, wenn der Staat seinen Bürgern zumutet, ihr gutes Recht erst durch Klagen vor Gericht zu erlangen, dann ist klar: Dieser Staat, der mit unserem Geld Wohlfahrt erzeugen soll, ist in vielen Fällen zu dick, zu bürokratisch und zu intransparent geworden. Vielen, die Hilfe oder Unterstützung brauchen, kann so nicht geholfen werden.

„Mit zwölf Milliarden Euro Spendenaufkommen sind alle Hilfsorganisationen gemeinsam etwa so groß wie Otto. Damit kann man schon etwas bewegen.“

Ganz unspektakulär hat sich in den letzten Jahren eine Wandlung bei den Menschen und den Unternehmen vollzogen: Man beauftragt für viele sinnvolle Dinge nicht mehr den Staat, sondern hilft selbst. Hilfsaktionen machen Spaß, geben Lebenssinn und stiften Anerkennung. Natürlich können nicht alle, die wollen, selbst Hand anlegen.

Meistens fehlt die Zeit, die Ausbildung oder die Ausrüstung. Für diese Fälle stehen hochprofessionelle Non-Profit-Organisationen (NPOs) oder Nichtregierungsorganisationen (Non-Governmental-Organisationen, NGOs) bereit, die über alle nötigen Ressourcen verfügen und nur noch eins brauchen, um aktiv werden zu können: Spenden.

Hunderte von NGOs und NPOs haben sich mittlerweile gebildet. Organisationen für Behinderte, für Entwicklungshilfe, für Kunst, Kultur und Sport, medizinische Einsätze, bei Katastrophen und für vieles andere haben sich gebildet und verfügen über hochprofessionelles Personal.

Ihre Mitarbeiter sind bestens motiviert, spezialisiert, arbeiten untereinander zusammen und machen ganz selbstverständlich, was der Staat nicht tut: Sie dokumentieren transparent den Einsatz der Mittel und achten darauf, dass kein bürokratischer Wasserkopf entsteht. Ihr Finanzgebaren wird kontrolliert und öffentlich dokumentiert, sodass bei einem Fehlverhalten das Spendenaufkommen für die betroffene Organisation schnell schmerzlich abnimmt.

Rund zwölf Milliarden Euro spenden deutsche Bürger und Unternehmen durchschnittlich im Jahr. Das entspricht dem Umsatz der Otto-Gruppe. Damit lässt sich viel bewegen.

Gemäß der Devise, dass ein Schenkender mehr beschenkt ist als der Beschenkte, nutzen immer mehr Unternehmen das Potenzial an Fähigkeiten und Aktivitäten der NPOs und NGOs. Sie erkennen ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft an.

Auf dem wichtigsten Treffpunkt für gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln, dem Deutschen CSR-Forum (www.csrforum.eu), diskutierten zuletzt 15 Unternehmensleiter, darunter Dr. Thomas Birtel (Strabag), Alain Caparros (REWE) und Frank Appel (Deutsche Post DHL), über die Machbarkeit gesellschaftlicher Verantwortung. Dort stehen Themenkreise rund um Unternehmens- und NGO-Kooperationen immer im Zentrum des Interesses.

Die Formen der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und NPO/NGO reichen von Geld- und Sachspenden bis zu Kooperationsprojekten, in die jede Seite ihr Know-how einbringt. Das Schöne daran ist: NGOs und NPOs gehen auf die Unternehmen zu. Sie sind beseelt von ihrer Mission und haben gute Ideen, die sie aus ihrem Alltag aufgreifen und umsetzen wollen.

Spenden stärken ohne Bürokratie das gegenseitige Verständnis von Bürgern und Unternehmen für die Bedeutung der jeweils anderen Seite – und damit der Gesellschaft insgesamt. Das ist wichtig, damit sich alle als Teil der einen Gesellschaft fühlen, die wir sind. So kritisch nach den Exzessen im Finanzmarkt oft Geld gesehen wird: Beim Spenden tut es nur Gutes.