So auch auf den Philippinen, wo Taifun Haiyan die Existenz Tausender Familien zerstörte. Sieben Monate nach der Nothilfe beginnt der Wiederaufbau. Taifun Haiyan veränderte alles: Mit mehr als 300 Stundenkilometern brach die Naturgewalt am 8. November 2013 über den Inselstaat herein und besiegelte das Schicksal von Millionen Menschen.

Mehr als vier Millionen Bewohnern nahm der Tropensturm Heim und Habe, über 6.000 Philippinern das Leben und 13 Millionen Einwohner sind insgesamt betroffen, unter den Massen von Schutt liegen die Lebensgrundlagen der Überlebenden begraben: Felder, Ernten und Arbeitsplätze.

Erste Hilfe: Nothilfepakete und mobile Wasserfilter

Die Welthungerhilfe war mit ihrem Nothilfeteam sofort vor Ort. Gemeinsam mit der lokalen Organisation Philippine Rural Reconstruction Movement versorgte sie die betroffenen Menschen mit Nothilfepaketen und mobilen Wasserfiltern. Den Steingebäuden der Mittelschicht konnte Haiyan wenig anhaben, doch die Hütten der armen Fischer, Tagelöhner und Kleinbauern riss er fort. Rund ein halbes Jahr nach der Katastrophe bestreiten immer noch viele Menschen ihren Alltag unter freiem Himmel.

So auch in den Gemeinden Pilar und Balete. Fast 90 Prozent der Bewohner, zumeist Bauern und Fischer, haben ihre gesamte Existenzgrundlage verloren. Mehrere Tausend Gebäude wurden teilweise oder völlig zerstört. Darunter viele Schulen. Da die Menschen den Wiederaufbau ihres Heims nicht aus eigener Kraft bewerkstelligen können, benötigen sie dringend Hilfe.

Neu bauen – aber sturmfest

Je nach Zerstörungsgrad ist dabei ein kompletter Neubau erforderlich oder eine Reparatur der vorhandenen Häuser möglich. Nach dem Prinzip „sicherer wiederaufbauen“ entstehen mittels verbesserter Bautechnik und sorgfältiger Auswahl der verwendeten Materialien einfache, aber standfeste Unterkünfte. „Es kostet gar nicht viel mehr, sturmsichere Häuser zu errichten“, so Ajay Paul, Mitarbeiter der Welthungerhilfe.

„Oft müssen nur Kleinigkeiten baulich verändert werden, wie zum Beispiel das Dach, das in einem anderen Winkel auf das Haus gesetzt wird.“ Mit je 18 Quadratmetern bieten die Häuser Wohnraum für jeweils eine fünfköpfige Familie. Sie werden mit Naturmaterialien wie Hölzern von Bambus, Kokos- oder Nipapalmen gebaut.

Ein stabiles Lernumfeld schaffen

Da der Taifun viele Schulen beschädigte, findet der Unterricht häufig noch immer nicht in vollem Umfang und gewohnter Qualität statt. Gerade in abgelegenen Gebieten warten die Bewohner vergeblich auf öffentliche Unterstützung, um Gebäude wieder herrichten zu können. Die Welthungerhilfe konzentriert sich mit ihren Wiederaufbauplänen genau auf solche vernachlässigten Orte.

Neun Schulen werden je nach ihrem Zustand abgerissen und neu aufgebaut, einzelne Klassenzimmer instand gesetzt oder bei Bedarf angebaut. Für die Schulen werden keine Hölzer, sondern Ziegelsteine verwendet. Rund 200 Jungen und Mädchen pro Schule bietet das künftig ein sicheres und lernförderliches Umfeld.

Sicheres Bauen – Nachahmung erwünscht

Die Welthungerhilfe macht es vor, doch langfristig ist die lokale Bevölkerung gefragt, wie Ajay Paul erläutert: „Zum Bau der Häuser werden Dorfbewohner mit entsprechenden handwerklichen Fähigkeiten ausgesucht, die mithelfen und dafür Lohn erhalten. So bleibt das Wissen, wie sturmfeste Häuser konstruiert werden, bei den örtlichen Fachkräften, und sie können auch zukünftig auf diese Weise bauen.“ Zudem finden Trainings statt, in denen Bewohnern zerstörter Häuser erläutert wird, wie sie bei der Reparatur auf sichere Standards achten können. 

„Unsere nachhaltige Wirkung sind nicht die Häuser selbst, sondern wir lassen Wissen da“, sagt Ajay Paul. Es wird noch einige Monate dauern, bis das Leben nach dem Taifun annähernd so sein wird wie zuvor. Doch die Menschen blicken schon heute hoffnungsvoll in die Zukunft: Bald haben 20.000 von ihnen wieder ein eigenes, noch dazu sturmfestes Dach über dem Kopf. Und 1.800 Schülerinnen und Schüler können wieder ordentlich lernen.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden 7.348 Projekte in 70 Ländern mit 2,66 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Armut.

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