Herd einschalten, Essen kochen: Wir alle kennen das tägliche Ritual, das – Hand aufs Herz – nicht immer Spaß macht. Wenn es aber mehrere Stunden in Anspruch nimmt, weil ständig der Strom ausfällt, wird es zur Geduldsprobe.

Was für uns eine Ausnahme ist, ist in vielen Entwicklungsländern die Regel: Verfügbare Elektrizität ist dort keine Selbstverständlichkeit. Umso mehr freut sich Zenebech, dass sie endlich mit Gas kochen kann – gewonnen aus Kuhmist.

In Somalia ist die Waldfläche in den letzten 30 Jahren von 85 auf rund zehn Prozent gesunken.

Zenebech ist eine SOS-Mutter im Kinderdorf Hawassa in Äthiopien. Seitdem die Biogas-Anlage die 15 Familien im Dorf mit Energie versorgt, können die Mütter die gewonnene Zeit mit den Kindern verbringen. Den notwendigen Biomüll liefern 43 Kühe, die zur dorfeigenen Farm gehören.

Eine Biogas-Anlage kommt auch in Sheikh (Somaliland) zum Einsatz. Die dortige Eco School gewann 2016 den „Zayed Future Award“ für ihre innovativen Umweltprojekte. Das Preisgeld wurde in Windräder und Solarplatten sowie die Anlage investiert. Dadurch kann nicht nur die Schule mit Strom versorgt werden, sondern auch die umliegende Gemeinde: Sie liefert grüne und kostenlose Energie für rund 300 Familien – und zwar für mindestens 25 Jahre.

Weil die Menschen nun nicht mehr auf Kohle zum Kochen zurückgreifen müssen, wird 70 Prozent Energie eingespart und die Abholzung von Bäumen reduziert. In Somalia ist die Waldfläche in den letzten 30 Jahren von 85 auf rund zehn Prozent gesunken.

Wenn diese Umweltprojekte weitere Nachahmer finden, könnte der CO2-Ausstoß sowie der Strompreis im Land erheblich gesenkt werden. Dieser liegt momentan bei 1,32 Euro pro Kilowattstunde und ist damit unerschwinglich für drei Viertel der Bevölkerung. Zum Vergleich: In Deutschland zahlen wir rund 32 Cent pro Kilowattstunde.

Die SOS-Kinderdörfer stehen in Entwicklungs- und Schwellenländern vor der Herausforderung, knappe Ressourcen möglichst effizient einzusetzen. Um dabei aktiv Einfluss auf den Umwelt- und Klimaschutz zu nehmen, werden nicht nur Trinkwasseraufbereitungs- oder Solaranlagen errichtet, sondern auch SOS-Kinder von klein auf geschult, gewissenhaft mit der Natur umzugehen.

Kinder im Kongo pflanzen Bäume, in Ruanda steht Gemüseanbau und in Somaliland die Errichtung eines Windrades oder das Erhitzen von Wasser auf Plastikplanen auf dem Stundenplan. So macht Umweltbewusstsein Spaß!