Der Name „Nour“ ist Arabisch und bedeutet „Licht“. Das Mädchen findet ihn schon lange nicht mehr passend. All ihre Träume und ihre Hoffnungen hat sie an dem gefährlichsten Ort der Welt verloren: in Aleppo.

Bis vor einigen Jahren war das Leben für Nour so, wie es sein sollte. Jeden Morgen weckten sie Vögel mit ihrem Gesang. Nour wachte in ihrem warmen Bett auf, später ging sie mit ihren Freundinnen zur Schule. „Ich erinnere mich ganz genau an das Klassenzimmer“, erzählt sie. In den Pausen spielten sie Fangen. „Mein Traum war es, später zu studieren und Ärztin zu werden, aber jetzt muss ich ja arbeiten“, erzählt Nour weiter.

Früher hatte ihr Vater sein Geld als Maler verdient. „Ich war immer stolz darauf, wie mein Vater all die Häuser unseres Dorfes so schön gestrichen hat. Ich habe es geliebt, von der Schule zu kommen und unser schönes Haus zu sehen. Besonders im Frühling, wenn der Apfelbaum blühte. Wenn ich heute meine Augen schließe und daran denke, muss ich immer lächeln. Und wenn ich sie dann wieder öffne, muss ich weinen.“

Der Krieg, die Bomben vertrieben Nours Familie aus Aleppo. Nour musste mit der Schule aufhören, und die ganze Familie ist nun täglich damit beschäftigt, Müll zu sammeln, um Geld zu verdienen.

„Früher hatte ich schöne, glatte Haare und habe am liebsten mein gelbes Kleid getragen“, erzählt die Neunjährige. „Wir hatten mal ein Foto, auf dem ich es anhabe und vor unserem Haus in Aleppo stehe. Ich wünschte mir, dass es dieses Foto noch gäbe. Dann könnte ich es hier in meinem Zimmer aufstellen und hätte einen Beweis dafür, dass ich früher ganz anders war.“

Am schlimmsten ist es für Nour, anderen Kindern dabei zuzusehen, wie sie sich auf den Weg in die Schule machen, während sie im Schutt nach Müll stöbert. Tränen laufen Nour über ihr hübsches kleines Gesicht, als sie weiterspricht: „Ich wünschte, ich könnte ihnen dann laut entgegenschreien, dass ich überhaupt nichts dafür kann, dass ich so geworden bin.“

Die SOS-Kinderdörfer helfen in Syrien täglich Zehntausenden Flüchtlingen mit Nahrung, Kleidung, Medikamenten. Kinder wie Nour werden zusätzlich durch Spielangebote, Schule oder psychologische Betreuung unterstützt.


Die SOS-Kinderdörfer leisten Flüchtlingskindern und -familien Hilfe. In Syrien, im Libanon, in Serbien, Mazedonien und Kroatien, in Deutschland, Österreich und Italien. SOS richtet in Flüchtlingsunterkünften sichere Orte ein, an denen Kinder geschützt sind und spielen können. Familien erhalten Beratung, medizinische Hilfe, Nahrungsmittel, Hygieneartikel und Kleidung. Zudem bietet SOS Unterkunft und Betreuung für unbegleitete Kinder.

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