In unseren Texten erzählen wir von glücklichen Momenten, die wir hier in Deutschland erleben dürfen, aber auch von der kälteren Jahreszeit. Von der Sorge, mit der wir in unsere Heimatländer blicken, aber auch auf unser Zusammenleben in Deutschland. Im Alltag fehlen uns manchmal die deutschen Worte, um das zu treffen, was wir sagen möchten.

Als unzutreffend empfinden wir jedoch auch, was in den Medien teilweise über „die Geflüchteten“ berichtet wird. Mit unseren Texten wollen wir uns Ihnen vorstellen, liebe Leserinnen und Leser – als Menschen mit unterschiedlichen Eigenschaften, Talenten, Sorgen, Hoffnungen und Erfahrungen.

Die meisten von uns kamen vor rund zwei Jahren nach Deutschland, einige vor wenigen Monaten, auf unterschiedlichen Wegen. Unsere Worte kommen aus unseren Herzen, und zwischen den Zeilen sind die Geschichten von Hoffnung. Von hier geht unsere Stimme los, um Sie zu erreichen.

Seit über einem Jahr erscheinen unsere melancholischen, kritischen und heiteren Texte über Erinnerungen, Kunst und Alltag vierteljährlich gedruckt.

Als wir Ende 2015 mit dieser Idee gestartet sind, hatte nur eine in unserem Team journalistische Erfahrung (die Herausgeberin). Eigentlich sind wir Petrochemie-Ingenieure, Lehrer, Agrarwissenschaftler, Elektriker.

Zu erzählen haben wir jedoch alle so viel, dass die Worte fast von allein kommen. Seit über einem Jahr erscheinen unsere melancholischen, kritischen und heiteren Texte über Erinnerungen, Kunst und Alltag vierteljährlich gedruckt – und online (nid-zeitung.de). Aber wir tragen sie auch zu Festivals, in den Alltag, auf die Bühne. Um einen Dialog anzustoßen zwischen Menschen, die neu in Deutschland sind, und denen, die schon länger hier leben.

2016 haben wir dafür den Deutschen Lesepreis der Stiftung Lesen bekommen – was uns umgehauen hat. Kurz danach wurden wir als „vorbildlich“ ausgezeichnet im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2016“. All das bestärkt uns darin, weiterzumachen.

Weil in der NiD-Zeitung, wie in fast allen Flüchtlingsinitiativen, deutlich mehr Männer als Frauen beteiligt sind, beschloss die Herausgeberin vor einigen Wochen, eine Sonderausgabe zu machen, in der ausschließlich geflüchtete Frauen schreiben. Sie erscheint im Frühjahr 2017.

Unserer „zweiten Mutter“ Deutschland haben wir viel zu verdanken – aber auch viel zu geben.