Die ehemalige österreichische Stabhochspringerin und Leichtathletin hält seit 2014 den österreichischen Rekord im Stabhochsprung. Sie stand auf dem Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere. Doch seit einem schweren Trainingsunfall ist sie querschnittsgelähmt. Im Interview spricht sie über die Zeit nach dem Unfall, und darüber, wie sie Inklusion erlebt.

Im Juli dieses Jahres hat sich Ihr Leben von jetzt auf gleich verändert. Bitte erzählen Sie uns von diesem Tag.

Es war ein ganz normaler Trainingstag. Bei einem der ersten Sprünge aus acht Schritten habe ich anscheinend zu wenig Geschwindigkeit und Tiefe entwickelt, bin abgestürzt und mit dem fünften Halswirbel genau auf der hinteren Kante des Einstichkastens gelandet.

Wann haben Sie das erste Mal realisiert, was passiert ist, und wie haben Sie sich dabei gefühlt?

Ich wusste sofort, dass etwas passiert ist, da ich weder Arme noch Beine bewegen konnte.

Wie ging es danach weiter?

Ich wurde sofort ins Spital transportiert, notoperiert und bin seit diesem Unfall querschnittsgelähmt.

Heute sitzen Sie im Rollstuhl. Wie nehmen Sie die Welt um sich herum wahr?

Es ist ein anderes Leben, aber nicht besser oder schlechter als das alte Leben. Man nimmt gewisse Dinge, wie Sonnenstrahlen auf der Haut, Berührungen, viel intensiver war. Eigentlich fühle ich mich recht wohl und trainiere auch sehr viel in der Rehaklinik in Bad Häring.

Das Thema Inklusion, wie sehr spielt das in Ihrem Leben eine Rolle?

Bis jetzt habe ich das Gefühl, dass die Inklusion sehr gut funktioniert. Auch außerhalb der Klinik, wenn ich mit meinem Manager Tom bei Veranstaltungen bin, habe ich absolut das Gefühl dazuzugehören. Man muss einfach abwarten, wie sich das weiter entwickelt.

Und Barrierefreiheit?

Ich bin noch in einer Rehaklinik, da ist Barrierefreiheit selbstverständlich, und wenn wir auf Events sind, dann wird dafür gesorgt. Wie es im normalen Alltag ist, kann ich noch nicht so wirklich beurteilen.

Wie sieht Ihr Leben heute aus?

Es besteht aus regelmäßigem Training, Erholungsphasen, Austesten von zusätzlichen medizinischen Angeboten und gelegentlichen Interviews oder Veranstaltungen, die mein Leben sehr abwechslungsreich gestalten.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass wir es schaffen, das Bauernhaus neben dem Haus meiner Eltern für mich umzubauen, sodass ich barrierefrei darin wohnen kann. Das kostet leider ziemlich viel Geld, und genau dafür und für meine Therapien haben wir die Seite www.donationkira.com eingerichtet, wo Menschen spenden und mich damit in meinem neuen Leben unterstützen können.