Das Kind lernt im Spiel, seine Fähigkeiten auszubilden. Und Spielen hat eine kultur- und menschheitsgeschichtliche Tradition. Neben zweckfreien Spielen gibt es ebenso zweckgebundene Spiele, zu denen beispielsweise Strategiespiele zählen. Spieltheoretiker sprechen von den drei Grundkonstanten, die Menschen dazu bringen, ein Spielchen zu wagen: Es sind Geschicklichkeit, Zufall und Ahnung. 

Deshalb wird seit Menschengedenken auch um „das Glück“ gespielt, eine Mischung aus Strategie- und Zufallsspielerei.  In alten Dokumenten ist diese Tradition bis ins Mittelalter nachweisbar. Selbst die Literatur, namentlich „Der Spieler“ von Fjodor Dostojewski, greift dieses Phänomen auf.

Eigenverantwortung wird gerade beim Glücksspiel großgeschrieben. Das ist nicht immer ganz einfach, da der Grat zwischen Unterhaltung und Spaß auf der einen Seite und Abhängigkeit auf der anderen Seite sehr schmal ist.

„Responsible Gaming“ ist ein Begriff, der auf der Seite der Industrie die Bemühungen umschreibt, um die Spielteilnehmer vor den möglichen negativen Auswirkungen einer exzessiven Spielteilnahme zu schützen und dafür zu sorgen, dass Spielen der Unterhaltung dient. Fachleute weisen darauf hin, dass verantwortungsvolles Glücksspiel kein Einzelprojekt ist, sondern sich in allen Bereichen unternehmerischer Abläufe widerspiegeln muss. 

Während in Spielhallen geschultes Personal den Blick auch auf den einen oder anderen Gast haben kann, der sich möglicherweise über seinen finanziellen Grenzen verausgabt, ist das Internet eine andere Domäne. Denn viele Internetspiele – vor allem die mit finanziellen Gewinnchancen – spielen sich zumindest im Graubereich, andere sogar in der Illegalität ab.

Persönliche Eigenverantwortung

Auch wenn technische Begrenzungen durchaus machbar sind, die persönliche Eigenverantwortung und die Erkenntnis einer möglichen Abhängigkeit lassen sich in einem einfachen und ehrlich durchgeführten Selbsttest schnell ermitteln. So muss man sich nur ein paar Fragen ehrlich beantworten, um zu einem Ergebnis zu kommen.

Haben andere einen aufgrund seines Spielverhaltens schon einmal kritisiert oder hat man schon einmal gelogen, um den Betrag oder die Zeit, die man mit dem Spielen verbringt, zu vertuschen? Gibt es bei Frust, Enttäuschung oder Streit eine Flucht ins Spiel? Bevorzugt man, lieber allein zu spielen als mit anderen, oder vernachlässigt man seinen Beruf, Schule, Ausbildung oder gar seine Familie, gibt es Spielschulden? 

Wer einige dieser Fragen mit Ja beantworten kann, der sollte sich in professionelle Hilfe begeben, von der es bundesweit ein flächendeckendes Netz an Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen gibt.