In Bremen, ihrer Heimatstadt, versteht sich das Orchester als Entwicklungsmotor und gestaltet mit ihrer Initiative „Zukunftslabor“ neue Lebenswelten durch Musik.

Es war der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck, der sagte: „Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ist ein Orchester, wie es in Deutschland kein zweites gibt.“ Und in der Tat sind die Unterschiede zu vielen anderen Orchestern offensichtlich.

Das beginnt schon mit der Finanzierung: Die Musiker sind in diesem „Unternehmer-Orchester“ die alleinigen Gesellschafter: Sie erwirtschaften mehr als 70 Prozent ihres Gesamtetats selbst, tragen finanzielle Gewinne und Verluste ihres Orchesters, aber auch die Verantwortung beispielsweise für Programmgestaltung, Wahl von Dirigenten und Solisten. Die künstlerische Eigenständigkeit ist also untrennbar mit unternehmerischem Selbstverständnis verwoben.

In diesem Sinne verstehen die Musiker sich und ihre Kunst nicht etwa als Nutznießer einer prosperierenden Wirtschaft und Gesellschaft, sondern ganz im Gegenteil als Impulsgeber und Initiatoren. Ziel des Zukunftslabors ist die Förderung individueller Potentiale und gesellschaftliche Entwicklung. Erst im vergangenen Jahr erhielten sie zum Beispiel den „Deutschen Engagementpreis 2016“ in der Kategorie „Grenzen überwinden“. Die Jury würdigte damit das im Zukunftslabor entwickelte musikalische Genre „Stadtteil-Oper“: Schüler und Lehrer der Gesamtschule Bremen Ost in Tenever, einem multikulturellen, sozialen Brennpunkt der Stadt, bringen eine professionelle Theaterproduktion mit mehr als 500 Beteiligten auf die Bühne- und das bereits zum siebten Mal.

Seit zehn Jahren hat Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen  ihre eigenen Proberäume mitten im Komplex der Gesamtschule. Und es vergeht kein Vormittag, ohne dass Mädchen und Jungen anwesend sind und den Profis beim Musizieren zuhören. Seit Jahren wächst und gedeiht hier eine besondere Beziehung von Weltklasse-Musikern und Schülern. Beim gemeinsam mit Projektleiter Mark Scheibe entwickelten Programm „Melodie des Lebens“ erarbeiten die Jugendlichen eigene Songs und Melodien, die sie zweimal im Jahr mit dem Orchester auf die Bühne bringen.

Für die verlässliche und kontinuierliche Nachwuchsarbeit der Initiative „Zukunftslabor“ hat das Orchester neben zahlreichen anderen Auszeichnungen 2012 den „Echo Klassik“ erhalten. Längst ist aus dem erfolgreichen Modellprojekt eine Bewegung geworden, die andere Kulturinstitutionen im In- und Ausland inspiriert. Selbst Manager von DAX-Konzernen profitieren von den Impulsen zur Potentialentfaltung. So wurde gemeinsam mit Prof. Scholz von der Universität Saarbrücken das „5 Sekunden-Modell“ entwickelt, ein spezielles Training, das den Erfolg des Orchesters als Hochleistungsteam für Führungskräfte erfahrbar macht.

Information

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