Und das passt: Denn nur wir alle gemeinsam haben die Stärke, die Gesellschaft zu bewegen und zu verändern. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Inklusion und die Teilhabe für alle selbstverständlich werden.

Von Inklusion und Barrierefreiheit profitieren alle. Je mehr wir gemeinsam an einem Strang ziehen, desto besser.

Deutschland hat längst die Behindertenkonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) ratifiziert und sich damit verpflichtet, deren Forderungen umzusetzen. Die Umsetzung der UN-BRK ist ein Prozess, der noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Vieles muss neu gedacht, alte Strukturen müssen aufgebrochen werden. Unabhängig davon ist immer wieder der Einwand zu hören, Inklusion brauche Zeit - nichts dürfe überstürzt werden.

Sicher sind Veränderungen beispielsweise in den Schulen nicht von heute auf morgen zu leisten. Die notwendigen Hilfsmittel müssen organisiert, Barrieren beseitigt und Lehrende gut ausgebildet werden. Fakt ist aber, dass Kinder und Jugendliche, die die schulische Inklusion wollen, keine Zeit haben. Sie können nicht warten, denn sie haben nur diese eine Schullaufbahn. Gemeinsam müssen wir uns dafür stark machen, möglichst vielen Menschen inklusive Bildung zu ermöglichen.

Auch auf anderer Ebene gibt es noch einiges zu tun. Gerade sind wir in der Politik dabei, das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) zu reformieren. Es betrifft unter anderem das Thema der Barrierefreiheit. Ganz handfest, wo es um Regelungen etwa für den Zugang von Bahnhöfen, öffentlichen Einrichtungen und Schulen geht.

Eher technisch sieht es in der digitalen Welt aus, wo noch viele Barrieren zu beseitigen sind. So sind längst nicht alle Internetseiten von Behörden für Sehbehinderte oder Blinde ohne weiteres zu nutzen. Deshalb arbeiten wir an einer Zukunft, in der sich alle ohne Barrieren bewegen können.

Das gilt natürlich besonders für die eigenen vier Wände. Die Zahl der rollstuhl- und seniorengerechten Wohnungen wächst, Architekten denken immer häufiger daran, dass ein Grundriss nicht nur elegant, sondern für alle Lebenslagen geeignet sein sollte. Unterfahrbare Spülen und Waschbecken, bodenebene Duschen und ausreichend breite Türen gehören zu den sinnvollen Elementen gut geplanter Neubauten.

Die wenigsten Behinderungen - nur etwa vier Prozent - sind angeboren. Meist sind Krankheiten, Unfälle oder das Alter die Gründe für Behinderungen. Diese Facette des demografischen Wandels wird selten thematisiert, obwohl es statistisch gesehen nicht unwahrscheinlich ist, früher oder später vielleicht mit einer Behinderung zu leben.

Wenn wir Barrieren beseitigen, dann erhöhen wir den Lebenskomfort für viele Menschen, so müssen wir Inklusion verstehen. Seit einiger Zeit werden beispielsweise vermehrt Reisen angeboten, die auf die Bedarfe und Bedürfnisse der unterschiedlichsten Menschen eingehen. Auch Frauen und Männer, die im Rollstuhl sitzen, die Lernschwierigkeiten oder eine Hörbehinderung haben, wollen ihren Horizont erweitern, wollen etwas von der Welt sehen.

Hotels stellen sich mit entsprechenden Umbauten auf eine anders mobile Klientel ein, Busunternehmen rüsten ihre Fahrzeuge entsprechend aus und Reiseveranstalter bieten Touren für Unternehmenslustige mit und ohne Behinderungen.

Denn von Inklusion und Barrierefreiheit profitieren alle. Je mehr wir gemeinsam an einem Strang ziehen, desto besser. Dafür müssen wir uns näher kennenlernen. Menschen mit und ohne Behinderung lernen sich am besten kennen, wenn sie gemeinsame Erfahrungen machen, die Fähigkeiten des anderen erleben und Erfolge zusammen feiern.

Auch der inklusive Sport leistet einen wichtigen Beitrag, wenn es darum geht, wie die Teilhabe von Menschen mit Behinderung gestaltet werden kann. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, dass wir Sport für alle Menschen ermöglichen. Denn gemeinsam sind wir stark.