Bedingt durch die digitale Revolution verändert sich die Welt heute schneller und stärker als je zuvor. Davon betroffen ist vor allem die Art und Weise, wie wir kommunizieren, bis zur veränderten Form der Kontaktpflege und Zusammenarbeit.

Wissen kann heute leichter geteilt werden, und ein Trend weg vom rein materialistischen Besitzdenken hin zu offeneren Denk- und Handlungsweisen führt zu einem neuen Kooperationsverhalten. Lebensstile werden damit flexibler und veränderlicher als in der Vergangenheit.

Hinzu kommt ein wachsendes Bewusstsein für die eigene Gesundheit und die damit verbundene Eigenverantwortung. Da der Mensch die meiste Zeit des Tages bei der Arbeit verbringt, ist das Büro heute einer der am stärksten vom Wandel betroffenen Orte im Leben eines Menschen. Gerade daher muss es seinen Nutzern gerecht werden.

Das Büro der Zukunft – Freedom of Choice

Das Büro der Zukunft nimmt auf die Bedürfnisse unterschiedlicher miteinander arbeitender Generationen Rücksicht. Dazu gehören auch die Freiheit, zu entscheiden, wo, wie und wie lange eine Tätigkeit ausgeübt wird, sowie das Gewähren eines größeren Verhaltensspielraums. Zusammenfassend sind es vier Grundanforderungen, die Arbeitsumgebungen heutzutage erfüllen sollen: Konzentration, Kommunikation, Zusammenarbeit und Rückzug.

Wesentliche Anwendungsgebiete sind:

  • Konzentriertes Arbeiten
  • Informelle Einzelbeschäftigung und Lektüre
  • Akustische Abschottung für diskrete Telefonate
  • Entspannung in lässiger Haltung
  • Kontaktpflege in Pausen, organisierte Treffpunkte und Schnittstellen
  • Schulungsräume und Präsentationsmöglichkeiten
  • Team- und kreative Workshopflächen
  • Akustisch abgeschirmte Konferenzräume
  • Ergonomische Arbeitsplätze als Beitrag zur Gesundheit

Neben all diesen Kriterien darf auch das Thema Ergonomie nicht zu kurz kommen. Sind Stuhl, Tisch und Computer nicht optimal aufeinander abgestimmt, schmerzen Rücken, Schultern und Augen. In Deutschland klagen laut einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) 80 Prozent der Befragten über körperliche Beschwerden während oder nach der Arbeit, fast die Hälfte aller Büroangestellten über Rückenschmerzen (46 Prozent), oft in Kombination mit Schulter- und Nackenbeschwerden (40 Prozent). Grund dafür ist häufig der Arbeitsplatz.

Wer sich wohlfühlt, leistet mehr

Die ergonomische Lehre verfolgt das Ziel, Arbeitsplatz und -umgebung optimal an den Einzelnen anzupassen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern „ergon“ („Arbeit“) und „nomos“ („Gesetz“) zusammen. Die BAuA definiert Ergonomie als Theorie, die Prinzipien, Daten und Methoden auf die Gestaltung von Arbeitssystemen anwendet mit dem Ziel, das Wohlbefinden der Menschen und die Leistung des Gesamtsystems zu optimieren. Sprich, ein gesunder Mensch leistet mehr als ein kranker.

Fazit: Das Büro stirbt nicht aus! Nur – kompetente Mitarbeiter wählen die Unternehmen, für die sie arbeiten möchten, nach wie vor nach den Vorteilen, die der Job neben der finanziellen Vergütung bietet. Auch Bürogebäude und -etagen werden für die Unternehmen und deren sich sehr flexibel und global bewegende Mitarbeiter eine zunehmend wichtigere Rolle als identitätsstiftender Raum einnehmen.

Unternehmenskultur wird hier verortet – insbesondere in ganzheitlich gestalteten Bürolandschaften und den Flächen, die vorwiegend der Projektarbeit, der temporären kommunikativen Interaktion gewidmet sind.