Bitte erzählen Sie uns Ihre Geschichte (in Kurzform).

Als ich zwölf Jahre alt wurde, bekam ich unerklärlich Knochenkrebs über meinen rechten Knie. Nach zwei Jahren Chemotherapie und einer großen Operation, in der mein Tumor zusammen mit meinem Knie, Oberschenkelknochen und Hüftkopf entfernt wurden, bekam ich eine Tumorendoprothese. Eine sogenannte TEP ist seit dem an mein Knochenersatz. Leider war mein künstliches Kniegelenk ab da an völlig versteift. 14 Jahre habe ich so gelebt, dann kam der Tag an dem ich nicht mehr wollte. Keine andere OP war möglich, regelmäßige Arztbesuche über Jahre bewiesen mir, es gab für mein Knie keine Hoffnung mehr. So habe ich mich zu einer Amputation entschieden. 

Ihr Alltag hat sich nach der Amputation sicherlich verändert. Wie nehmen Sie dies wahr?

Ich hatte nie Probleme damit normal zu leben, unter allen anderen Menschen, oder bei verschiedenen Tätigkeiten. Ich wurde  immer überall akzeptiert und toleriert. Vorher mit meinem steifen Bein viel mir so einiges schwerer als heute mit meiner Prothese. 

Wie haben Sie das Thema Inklusion erlebt?

Ich wünschte mir nur mehr Offenheit und Ehrlichkeit, weniger scheu von Menschen die nicht wissen wie sie mit Kranken oder Menschen die anders sind umgehen sollen. Mehr Lockerheit mit diesen Themen, niemand der krank oder behindert ist möchte Mitleid, 'wir'  wollen alle nur normal am Leben teilhaben,  wie jeder andere auch. Genauso möchten 'wir' auch wie jeder andere behandelt werden. 

Was hätten Sie sich diesbezüglich mehr gewünscht bzw. was wünschen Sie sich in Zukunft?

Nachdem ich meine Familie von meiner Idee zur Amputation erzählt habe und sie ausführlich informiert habe darüber, haben sie mich alle unterstützt. Familie ist etwas sehr wichtiges für mich. Natürlich hatten  alle erstmal Angst und bedenken. Doch als ich sie davon überzeugt habe, wie ernst ich es damit meine, haben sie sich alle für mich und meine neue Option gefreut. 

Wie geht Ihre Familie mit Ihrem Handicap um?

Angefangen zu bloggen habe ich durch Zufall. Als ich mich mit dem Thema der Amputation befasst habe und jegliche Information aus dem Netz aufgesaugt hatte, habe ich auch durch einige Facebook Gruppen selbst amputierte Menschen kennen gelernt. Das war auch einer der Hauptgründe die meinen Wunsch später befästigt haben. Unter den vielen neuen Menschen habe ich dann auch ein Mädchen kennen gelernt, die selbst über ihre angeborene Krankheit, bzw ihr Leben damit bloggt. Ich fand das ganze Thema bloggen total interessant, ich war schon immer ein kleiner Nerd, der gerne und gut geschrieben hat und ständig in Internet unterwegs ist. Sie rat mir dann dazu, doch schon vor der Amputation anzufangen mit dem bloggen. Ich hatte zunächst nämlich  die Idee danach erst damit an zu fangen, ich dachte ich hätte vorher nicht genug zu erzählen. Doch ihr Gedanke hat mich dann überzeugt und ich bin froh, doch direkt damit angefangen zu haben. Denn ich selbst habe vor meiner OP vergeblich nach sollch einem Blog, mit Erfahrungsberichten speziell um die Operation herum, gesucht. 

Wie kam es dazu, dass Sie Bloggerin wurden?

Das Thema Amputation ist sehr komplex und wie jeder Mensch ist auch jede Amputation unterschiedlich. Aber bisher haben alle Menschen die meinen Blog gelesen haben berichtet, wie toll sie es finden, dass ich damit an die Öffentlichkeit gehe. Viele Menschen haben scheu vor solchen Themen. Trauen sich nicht fragen zu stellen oder haben vielleicht selbst eine ähnliche Vergangenheit und können sich mit meiner Geschichte identifizieren. Ich finde es toll, es hat mich so sehr aufgebaut und ermutigt, dass mich so viele fremde und auch Bekannte Menschen darauf angeschrieben haben. Viele Bekanntschaften wussten vorher nichtmal etwas von meinen steifen Bein, es war ein Einschlag wie eine Bombe. Viele haben auch ein anderes Bild von mir gehabt, da ich eben auch noch sehr auffällig aussehe, sie waren dann begeistert was in mir steckt und das ich so toll schreiben kann... Für mich ist es garnichts besonderes, ich schreibe einfach frei Schnauze wie ich es im Kopf habe und es ist wie eine Befreiung für mich, die Worte zu Papier zu bringen. Es war ein Gefühl, welches ich zuvor nie hatte. Ein Gefühl gehört und verstanden zu werden. Ein Gefühl endlich angekommen zu sein.

Die Themen auf Ihrer Seite, wie Amputation, werden sicherlich kontrovers gesehen. Wie stehen Sie dazu?

Das Thema Amputation ist sehr komplex und wie jeder Mensch ist auch jede Amputation unterschiedlich. Aber bisher haben alle Menschen die meinen Blog gelesen haben berichtet, wie toll sie es finden, dass ich damit an die Öffentlichkeit gehe. Viele Menschen haben scheu vor solchen Themen. Trauen sich nicht fragen zu stellen oder haben vielleicht selbst eine ähnliche Vergangenheit und können sich mit meiner Geschichte identifizieren. Ich finde es toll, es hat mich so sehr aufgebaut und ermutigt, dass mich so viele fremde und auch Bekannte Menschen darauf angeschrieben haben. Viele Bekanntschaften wussten vorher nichtmal etwas von meinen steifen Bein, es war ein Einschlag wie eine Bombe. Viele haben auch ein anderes Bild von mir gehabt, da ich eben auch noch sehr auffällig aussehe, sie waren dann begeistert was in mir steckt und das ich so toll schreiben kann... Für mich ist es garnichts besonderes, ich schreibe einfach frei Schnauze wie ich es im Kopf habe und es ist wie eine Befreiung für mich, die Worte zu Papier zu bringen. Es war ein Gefühl, welches ich zuvor nie hatte. Ein Gefühl gehört und verstanden zu werden. Ein Gefühl endlich angekommen zu sein.