Herr Subotic, Sie kommen gerade aus Äthiopien. Was haben Sie da gemacht?

Ich habe gemeinsam mit meinem Team dort einige unserer Projekte besucht, die wir aktuell umsetzen. Außerdem arbeiten wir von Beginn unseres Engagements an mit einer lokalen Organisation zusammen, mit der wir gemeinsam unsere Projekte planen, umsetzen und analysieren. Der direkte Austausch ist wichtig, um langfristig vertrauensvoll zusammenarbeiten zu können und insbesondere um effizient und wirkungsvoll die Lebensverhältnisse vieler Menschen zu verbessern.

Zudem ist es elementar, direkt vor Ort zu erfahren, wie die Situation ist und welche Fragen, Bedürfnisse und auch Sorgen die Menschen haben. Ein dauerhafter Projekterfolg funktioniert nur, wenn wir die Menschen in den Gemeinden und die Kinder in den Schulen direkt und von Beginn an mit einbeziehen. Schließlich geht es darum, ihnen ein selbstbestimmtes Leben mit Gesundheit, Bildung und Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.

Sie engagieren sich schon sehr lange, Ihre Stiftung haben Sie bereits 2012 gegründet. Wie kam es zu Ihrem Engagement?

Mir wurde damals bewusst, dass es mir nicht ausreicht, mich ausschließlich dort zu engagieren, wo ich gerade lebe oder wo meine persönlichen Wurzeln sind. In vielen Regionen auf der Welt mangelt es Millionen Menschen an existenziellen Lebensgrundlagen. Nur zwei Beispiele: 663 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, jeder dritte Mensch hat keine Möglichkeit, eine Toilette zu nutzen. Je mehr ich mich damit beschäftigt habe, umso stärker wurde der Wille, diese globalen Ungerechtigkeiten aktiv zu bekämpfen.

Die Stiftung war daher 2012 der entscheidende Schritt, sie ist die Plattform und der passende Rahmen. Mittlerweile haben wir ein großes Netzwerk und viele Menschen, die uns sowohl ehrenamtlich als auch finanziell unterstützen. Unsere Stiftungsfamilie wächst, und gemeinsam sorgen wir dafür, dass jeden Tag mehr Menschen die Möglichkeit erhalten, ihr Leben aus eigener Kraft würdevoll zu gestalten.

Dachten Sie eines Tages, „Ich verdiene zu viel Geld!“, gab es ein emotionales Schlüsselerlebnis, eventuell Ihre Verletzung 2013?

Als wir mit der Familie 1990 vor dem sich anbahnenden Krieg aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland geflohen sind, habe ich selbst erfahren, was es bedeutet, auf die Unterstützung anderer Menschen angewiesen zu sein. Diese Erfahrungen haben mich geprägt und tun es bis heute. Als Fußballspieler habe ich im Laufe meiner Karriere dann früh erkannt, dass ich nicht zuletzt durch die finanziellen Möglichkeiten viel verändern kann.

Es ist kein Geheimnis, dass wir viel Geld verdienen, zugleich aber auch einen enormen Einfluss auf das Leben und Denken vieler Menschen haben. Bei so vielen Möglichkeiten ist es wichtig, den Kopf nicht zu verlieren. In Äthiopien habe ich vor einigen Jahren Bedingungen vorgefunden, die es ermöglichen, mit lokalen Experten langfristig und strukturiert Projekte umzusetzen, die den Menschen dort unmittelbar helfen, um ein gesundes und würdevolles Leben zu führen.

Wie viel Zeit haben Sie als Fußballprofi für solche Engagements? Wie involviert sind Sie?

Die Zeit ist vorhanden, man muss sie sich nur nehmen. Wir sind viel unterwegs, doch zwischen Training und Spielen gibt es genügend Zeit, um etwas Sinnvolles zu tun. Ich sehe es als großes Privileg an, beides mit großer Leidenschaft ausführen zu können.

Ich bin täglich in die Arbeit der Stiftung involviert. Mit gutem Zeitmanagement, viel Motivation und einem Team, auf das ich mich verlassen kann, funktioniert das wunderbar. Mir macht die Stiftungsarbeit sehr viel Spaß und es ist eine große Freude zu erleben, wie viel wir gemeinsam mit unseren Unterstützern erreichen können.

Manchmal entsteht der Eindruck, mehr oder weniger jeder Topspieler hat eine eigene Stiftung. Ist das wirklich so?

Meines Wissens gab es vor zehn Jahren kaum Fußballer mit eigenen Stiftungen. Zum Glück hat sich das seitdem verändert und ich glaube, dass vieles daran liegt, dass sich mehr und mehr Fußballer ihrer sozialen Verantwortung bewusst werden. Fußballer, ob man mag oder nicht, sind für viele Kinder große Vorbilder, und das nicht nur im sportlichen, sondern auch im persönlichen Sinne.

Davon kann man zu einem gewissen Grad die Rolle eines Fußballers in unserer Gesellschaft ableiten. Zudem wird der Fußball verrückt in Sachen Geld, und da finde ich es ebenfalls richtig und wichtig, dass dieses Geld für das gemeinsame Gute investiert wird. Jedoch finde ich, dass die Gründung einer Stiftung nicht das alleinige Ziel sein sollte, vielmehr sollte man versuchen, die bestmögliche Unterstützung für die jeweiligen Zielgruppen zu bieten. Da sehe ich noch Aufholbedarf bei einigen Stiftungen.

Warum ist es so wichtig, dass Stars und Prominente mit gutem Beispiel vorangehen?

Ich kann da nur für mich sprechen. Der Fußball und die damit einhergehende Prominenz meiner Person öffnen mir viele Türen. Ich habe mich früh dazu entschieden, diese Möglichkeiten dafür zu nutzen, auf gravierende Missstände in unserer Welt aufmerksam zu machen. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit einer Thematik, die mir zeigt, dass wir dringend handeln müssen.

Wenn es gelingt, überzeugend zu erklären, welch großen Einfluss wir auf das Leben anderer Menschen nehmen können und wie wichtig die Wirkung eines persönlichen Engagements ist, dann sind wir auf einem guten Weg. Ich begegne sehr vielen Menschen, die voller Elan und Know-how sind und die sehr viel für andere Menschen tun. Das ist toll und zugleich Ansporn, den Weg weiterzugehen.

Noch mal zurück zu Ihrer Stiftung. Warum Kinder? Warum Schulen?

In Äthiopien laufen Frauen und Kinder durchschnittlich sechs Kilometer am Tag, um Wasser zu holen. Dieses Wasser ist meist stark verschmutzt, die Menschen müssen sich die wenigen Quellen mit Tieren teilen. Dies ist nur ein Beispiel. Die Gesundheit leidet extrem, jedes Jahr sterben allein in Äthiopien rund 250.000 Kinder an Krankheiten, die durch unzureichende Hygiene und schlechte Wasserversorgung ausgelöst werden.

Außerdem haben die Kinder durch die weiten Distanzen zu den Quellen keine Zeit mehr, um in die Schule zu gehen. Sie sind oft krank, erschöpft, können nicht lernen. Wir bauen daher Wasserbrunnen und Sanitäranlagen direkt an Schulen und in den Gemeinden, um die Wege zu sauberem Wasser zu verkürzen und eine sanitäre, hygienische Grundversorgung sicherzustellen.

Geben Sie doch mal ein bisschen an – was hat die Stiftung seit 2012 gemacht und erreicht?

Mir wäre lieber, wir schauen auf das, was alles noch vor uns liegt (lacht). Aber die Erfolge sind natürlich wichtig, sie motivieren. Wir konnten bislang rund 60.000 Menschen in der Tigray-Region in Äthiopien dauerhaft Zugang zu sauberem Wasser und menschenwürdigen Hygienebedingungen ermöglichen.

Bis zu 40 Prozent mehr Kinder besuchen den Schulunterricht nach Projektabschluss. Das sind Zahlen, die uns antreiben und freuen. Und wie gesagt, wir wachsen weiter, immer mehr Menschen schließen sich an und möchten bei uns mitwirken. Das ist der Weg – gemeinsam, zielstrebig und strukturiert.

DEIN EINSATZ WIRKT.

ZU 100 % – DIREKT UND DAUERHAFT.

Wir glauben an eine Welt, in der jeder Mensch ein menschenwürdiges Leben führen kann und wir als globale Gesellschaft einander verstehen und vertrauen. Deshalb setzen wir uns für ein respektvolles, solidarisches und offenes Miteinander ein: Für die Zukunft aller. Aus dieser Überzeugung heraus bauen wir seit 2012 Brunnen und Sanitäranlagen für Schulen und Gemeinden in der Tigray Region im Norden Äthiopiens und ermöglichen dadurch den Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen und
Hygiene – kurz: WASH. So schaffen wir die Grundlage für Bildungschancen, Selbstbestimmung und Zukunftsperspektiven. Unser Versprechen an unsere Unterstützer: 100% der uns anvertrauten Spendengelder fließen direkt in die Projekte vor Ort.

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