Wie gehen die SOS-Kinderdörfer mit dem Thema Bildung um?

WV: Bildung beginnt bei den SOS-Kinderdörfern nicht erst mit der formalen Bildung im Kindergarten- oder Schulalter. Unser Bildungsbegriff setzt viel früher an, und zwar bei der Bindung. Kinder, die in Sicherheit und Geborgenheit aufwachsen, eine stabile Bindung zu einer Bezugsperson haben, haben den Kopf frei für Spiele, Geschichten, Freundschaften, Feste. 

Sie haben jemanden, der ihnen zuhört, sich für sie interessiert. Wir sorgen dafür, dass den Kindern ihre Möglichkeiten bewusst werden, dass sie auf ihre Leistung vertrauen können. Dies ist die Grundlage für späteren Erfolg.

Warum engagiert sich Deutsche Post DHL Group im Thema Bildung insbesondere in Entwicklungsländern?

CHE: Als einer der größten Arbeitgeber weltweit mit ca. 500.000 Beschäftigten sind wir darauf angewiesen, überall in der Welt fähige Mitarbeiter zu finden. Wir engagieren uns daher mit unserem GoTeach Programm schon lange in den Themen Bildung und Berufseinstieg. Mit SOS-Kinderdörfern verbindet uns eine intensive Partnerschaft.

Unsere lokalen DHL Kollegen begleiten junge Menschen bei ihrem oft schwierigen Übergang von der Schule ins Berufsleben. Indem die Kollegen ihre eigenen Erfahrungen teilen, werden sie zu Rollenvorbildern für die Jugendlichen.

Warum sollten wir aus Deutschland heraus arbeitslosen Jugendlichen beispielsweise in Afrika helfen? Was haben wir davon?

WV: Kinder, die in Slums, in Armut aufwachsen, erhalten in der Regel keine Schulbildung und können so keinen Beruf erlernen. Sie haben keine Wahl: Entweder sie schließen sich illegalen Gruppen an, arbeiten für Hungerlöhne oder flüchten nach Europa. Niemand flieht freiwillig, Flucht setzt immer eine Notlage voraus. Diese Notlage wollen wir mit unseren Bildungsprogrammen und gemeinsam mit Partnern wie Deutsche Post DHL Group eindämmen.

CHE: Die Wirtschaft hat hier eine Verantwortung und auch die Möglichkeit, etwas zu tun. Gemeinsam wollen wir noch mehr Unternehmen gewinnen, sich unserem Modell anzuschließen. Unsere erfolgreiche Zusammenarbeit kann Vorbild sein, Jugendlichen überall auf der Welt bessere Perspektiven zu bieten.

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