Sie verschlechtern die Wettbewerbssituation europäischer und speziell deutscher Unternehmen gegenüber den anderen Wirtschaftsblöcken der Welt.

In einer solchen Situation ist die Corporate Social Responsibility (CSR, soziale Verantwortung von Unternehmen) oft eine der ersten Positionen, die im Kampf um Profitabilität geräumt werden.

Es geht auch anders. Und sogar viel besser!

Leider hat CSR selbst nach 15 Jahren in viele Studiengänge der Betriebswirtschaftslehre noch keinen Eingang gefunden. Dort wird immer noch alles aufs Geld reduziert: Es gibt Kosten und Erlöse. Je geringer die Kosten, desto höher die Erträge. Mitarbeiter, oft als „Humankapital“ bezeichnet, verursachen Kosten, Personalkosten eben. Nach BWL- und Unternehmensberater-Credo steigt der Ertrag, wenn die Personalkosten sinken. Und die sinken, wenn man Personal entlässt. Dass ein Mitarbeiter je nach Motivation 50 Prozent oder auch 150 Prozent leisten kann, spielt in dieser einzig geldgeleiteten Gedankenwelt keine Rolle.

Wann, wenn nicht jetzt, ist soziale Verantwortung als unternehmerisches Führungsprinzip angesagt.

BWL kennt keine Werte etwa für Mitarbeiterengagement, für die Hilfestellung für andere Kollegen, wenn ein Problem auftaucht, für den Alarmruf, wenn etwas offensichtlich schiefläuft, für die Identifikation mit der Firma und die so in das private Umfeld getragene Reputation des Unternehmens. Für BWL sind es Kosten, wenn ein Unternehmen einen Mitarbeiter zeitweise freistellt, um zum Beispiel bei der Unterstützung von Flüchtlingen mitzuwirken. Dabei ist es für das Unternehmen ein Gewinn, so hoch motivierte Mitarbeiter zu haben.

Welche positiven Folgen soziale Verantwortung für Unternehmen hat, stellt jedes Jahr aufs Neue das Deutsche CSR-Forum – Internationales Forum für Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit heraus. Auf dieser größten Veranstaltung ihrer Art in Deutschland zeigen Unternehmen, wie sie CSR anwenden und ihr soziales Engagement leben. Dort zeigen sich Erfolge der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Gruppen der Zivilgesellschaft, die gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Dort trifft man Vorstände, die bei ihren Teams sitzen und sie anfeuern, wenn es darum geht, ob sie den Deutschen CSR-Preis gewinnen oder wenigstens Finalist werden.

Mit Menschen, die die gelebte soziale Verantwortung des Unternehmens schätzen, kann man auch über Performance-Steigerungen reden, weil sie nicht fürchten müssen, dass am Ende ein Personalabbau die Folge sein wird. Die Unternehmensberatung dokeo in Stuttgart hat die Erfahrung gemacht, dass beim Einsatz von CSR als unternehmerischem Prinzip die Kosten um 5 Prozent des Umsatzes verringert werden können –
ohne Personalabbau! Das schaffen rein BWL-geleitete Unternehmensberatungen nicht. Denn nur zusammen mit den Mitarbeitern können die Positionen im Unternehmen ausfindig gemacht werden, wo Ressourcen, Prozesse oder unmittelbar Geld verbrannt werden.

Angesichts der schwieriger werdenden äußeren Umstände ist es ratsam, jetzt im Unternehmen enger zusammenzurücken. Wann, wenn nicht jetzt, darf der innerbetriebliche Friede möglichst nicht gestört werden? Wann, wenn nicht jetzt, müssen Mitarbeiter nicht demotiviert, sondern motiviert werden? Wann, wenn nicht jetzt, ist also soziale Verantwortung als unternehmerisches Führungsprinzip angesagt?
So wird „CSR in Germany“ nebenbei zum neuen Markenzeichen und Vorbild für Menschen in der ganzen Welt, die sich wünschten, in solchen Unternehmen zu arbeiten.